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Wallfahrtskirche Maria im Sand

Seit über 500 Jahjren ein Ort des Glaubens, der Hoffnung und der Begegnung

Willkommen in der Wallfahrtskirche

Seit mehr als 500 Jahren kommen Menschen zur Wallfahrtskirche Maria im Sand nach Dettelbach. Sie bringen Dank und Bitte, Sorge und Hoffnung mit und wenden sich vor dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes im Gebet an Maria. Aus einem Bildstock in den Weinbergen entwickelte sich ein Wallfahrtsort, der bis heute zu den bedeutenden Marienwallfahrten im Bistum Würzburg gehört.


Auch kunsthistorisch ist Maria im Sand von besonderer Bedeutung. Der Kirchenbau verbindet den älteren gotischen Chor mit dem unter Fürstbischof Julius Echter errichteten Kirchenschiff. Das Gnadenbild, der von Agostino Bossi geschaffene Gnadenaltar, die Kanzel Michael Kerns, das monumentale Westportal und zahlreiche Votiv- und Mirakelbilder erzählen auf unterschiedliche Weise von der Geschichte dieses Ortes und vom Vertrauen der Menschen, die hier über Jahrhunderte gebetet haben.


Maria im Sand ist deshalb mehr als ein historisches Bauwerk. Die Kirche ist bis heute Wallfahrtsort und Gottesdienstraum – ein Ort, an dem sich Geschichte, Kunst und gelebter Glaube miteinander verbinden.

  • Patrozinium: Sieben Schmerzen Mariens
  • Wallfahrt: belegt seit 1505
  • Gnadenbild: spätgotische Pietà, um 1500
  • Kirchenbau: älterer gotischer Chor, Erweiterung unter Fürstbischof Julius Echter 1608–1613
  • Kirchweih: 8. September 1613
  • Besondere Ausstattung: Gnadenaltar von Agostino Bossi, Kanzel und Renaissanceportal von Michael Kern, Mirakelbilder, Kreuzigungsgruppe aus der Riemenschneider-Schule
  • Wallfahrtszeit: besonders Mai und September
  • Adresse: Wallfahrtsweg 18 97337 Dettelbach
  • Öffnung / Barrierefreiheit:

Warum Menschen nach Dettelbach pilgern

Im Mittelpunkt der Dettelbacher Wallfahrt steht die Schmerzhafte Muttergottes. Das Gnadenbild ist eine spätgotische Pietà aus der Zeit um 1500. Maria hält den vom Kreuz abgenommenen Christus auf ihrem Schoß. Das Bild führt damit Leid, Verlust und Hoffnung zusammen. Gerade diese Verbindung hat Menschen über Jahrhunderte angesprochen, die mit eigenen Sorgen, Krankheiten und Nöten nach Dettelbach kamen.


Wallfahrt bedeutet dabei nicht nur, einen besonderen Ort aufzusuchen. Sie bringt Menschen in Bewegung. Wer pilgert, verlässt für eine Zeit den Alltag, trägt ein persönliches Anliegen mit sich und sucht Gemeinschaft, Gebet und Orientierung. In Maria im Sand wird diese Tradition bis heute lebendig gehalten.
 

Wie die Wallfahrt begann

Am 25. Juli 1504 wurde Nikolaus Lemmerer aus Melkendorf bei Bamberg bei einer Kirchweih schwer verletzt. Nach langer Krankheit und einer Traumvision gelobte er, eine Kerze zu einem Marienbild bei Dettelbach zu tragen. Im Sommer 1505 wurde er gesund und erfüllte sein Gelübde. Die Nachricht von seiner Heilung verbreitete sich rasch und weitere Menschen kamen zu dem Bildstock in den Weinbergen.


Aus der zunächst kleinen Andachtsstätte entwickelte sich eine Wallfahrt. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Gebetserhörungen aufgezeichnet. Bis heute erinnern Mirakelbilder in der Kirche an Menschen, die ihre Erfahrungen von Not, Bitte und Hilfe mit diesem Ort verbanden.
 

Vom Bildstock zur Wallfahrt

Der wachsende Zustrom der Pilger führte schon früh zu baulichen Erweiterungen. Der ältere Chor bewahrt bis heute gotische Substanz. Einen entscheidenden Einschnitt brachte die Zeit Fürstbischof Julius Echters. Er förderte die wieder auflebende Wallfahrt und ließ zwischen 1608 und 1613 an den bestehenden Chor ein großzügiges Kirchenschiff anbauen. Am 8. September 1613 wurde die erweiterte Wallfahrtskirche feierlich geweiht.


Der Bau macht damit selbst die Geschichte des Wallfahrtsortes sichtbar. Ältere gotische Formen und die Gestaltung der Echterzeit stehen nicht nebeneinander wie voneinander getrennte Schichten, sondern bilden den räumlichen Rahmen für eine Wallfahrt, die sich über Jahrhunderte weiterentwickelt hat.
 

Das Gnadenbild - die Schmerzhafte Muttergottes

Das geistliche Zentrum der Wallfahrtskirche ist das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes. Die spätgotische, geschnitzte und gekrönte Pietà entstand um 1500. Seit 1778 befindet sie sich in einem nach drei Seiten offenen Glasschrein im Gnadenaltar.


Die Darstellung zeigt Maria mit dem toten Christus. Sie steht damit für eine Glaubenserfahrung, die der Wallfahrt bis heute ihr besonderes Gepräge gibt: Leid wird nicht ausgeblendet. Es darf vor Gott gebracht werden. Die vielen Menschen, die über Jahrhunderte nach Dettelbach kamen, verbanden mit diesem Bild ihre Bitte um Hilfe, ihren Dank oder die Erinnerung an erfahrenen Beistand.
 

Der Gnadenaltar

Der heutige Gnadenaltar bildet den kostbaren architektonischen Rahmen des Gnadenbildes. Er wurde 1779 von Agostino Bossi geschaffen und gehört zur barocken beziehungsweise rokokozeitlichen Ausstattung der Kirche. Seine Gestaltung lenkt den Blick auf die Pietà und macht sichtbar, dass nicht der Altaraufbau um seiner selbst willen im Mittelpunkt steht, sondern das verehrte Marienbild.

Kunst, die vom Glauben erzählt

Maria im Sand besitzt eine außergewöhnlich reiche Ausstattung. Zu den besonderen Werken gehören die Kanzel Michael Kerns in Gestalt des Stammbaums Jesse, das monumentale Renaissanceportal an der Westfassade und eine Kreuzigungsgruppe aus der Riemenschneider-Schule. Hinzu kommen ein Flügelaltar mit Szenen aus dem Leben Mariens sowie zahlreiche Bildzeugnisse der Wallfahrtsgeschichte.


Diese Werke sollen auf der Internetseite nicht lediglich als Kunstinventar erscheinen. Ihre Motive erschließen vielmehr, wie eng Kunst und Glaubensvermittlung in der Wallfahrtskirche miteinander verbunden sind. Das Westportal etwa bildet nicht nur einen repräsentativen Zugang. Sein Figuren- und Bildprogramm bereitet inhaltlich auf das vor, was im Kirchenraum gefeiert und verkündet wird.
 

Die Mirakelbilder - Erinnerungen an erfahrene Hilfe

Zur besonderen Überlieferung von Maria im Sand gehören die Mirakelbilder. Sie erzählen in Bildern von Menschen, die in Krankheit, Gefahr oder persönlicher Not um Hilfe baten und ihre Erfahrung als Gebetserhörung verstanden. Damit dokumentieren sie nicht nur die Geschichte der Wallfahrt. Sie zeigen auch, mit welchen Lebenssituationen Menschen über Jahrhunderte an diesen Ort kamen.


Die Bildtafeln machen eine zentrale Dimension von Wallfahrt anschaulich: Hinter den großen historischen Entwicklungen stehen einzelne Menschen mit ihren ganz persönlichen Geschichten. Genau deshalb gehören die Mirakelbilder zu den wichtigsten Zeugnissen des Wallfahrtsortes.
 

Die Franziskaner und Maria im Sand

Mit dem Wachstum der Wallfahrt stellte sich früh die Frage nach einer dauerhaften seelsorglichen Betreuung der Pilger. Julius Echter bereitete deshalb die Ansiedlung von Franziskanern vor. 1616 wurde die Grundlage für das Kloster geschaffen, das 1620 vollendet wurde. Über Jahrhunderte prägten die Franziskaner die Seelsorge an der Wallfahrtskirche und begleiteten die Pilger.


2017 endete diese lange franziskanische Präsenz. Die Wallfahrt selbst blieb bestehen und wird seither in neuer Verantwortung fortgeführt. Die Geschichte des Klosters gehört damit wesentlich zur Identität von Maria im Sand, ohne dass die heutige Wallfahrt auf diese historische Epoche reduziert werden kann.
 

Wallfahrt durch die Jahrhunderte

  • 1505: Nikolaus Lemmerer erfüllt nach seiner Genesung sein Wallfahrtsgelübde. Die Dettelbacher Wallfahrt nimmt ihren Anfang.
  • frühes 16. Jahrhundert: Die Zahl der Pilger wächst. Erste Gebetserhörungen werden gesammelt und aufgezeichnet.
  • 1608-1613: Fürstbischof Julius Echter lässt die Wallfahrtskirche unter Einbeziehung des älteren Chores wesentlich erweitern.
  • 8. September 1613: Feierliche Weihe der erweiterten Wallfahrtskirche.
  • 1616/1620: Gründung und Fertigstellung des Franziskanerklosters zur Betreuung der Wallfahrt.
  • 17. Jahrhundert: Die Wallfahrt erlebt nach den Kriegsjahren erneut einen starken Aufschwung. 1677 wird eine Maria-Schmerz-Bruderschaft gegründet.
  • 1779: Errichtung des heutigen Gnadenaltars durch Agostino Bossi.
  • 19. und 20. Jahrhundert: Trotz staatlicher Einschränkungen und politischer Umbrüche bleibt die Wallfahrt lebendig.
  • 2017: Die jahrhundertelange seelsorgliche Präsenz der Franziskaner endet. Die Wallfahrt wird unter neuer Verantwortung weitergeführt.
  • heute: Maria im Sand gehört weiterhin zu den bedeutenden Wallfahrtsorten des Bistums Würzburg.

Wallfahrt heute

Maria im Sand ist bis heute ein lebendiger Wallfahrtsort. Einzelne Pilger, Gruppen und Wallfahrtszüge kommen nach Dettelbach, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, zu beten und ihre Anliegen zur Schmerzhaften Muttergottes zu bringen. Besondere Wallfahrtszeiten sind traditionell der Marienmonat Mai und der September mit Kirchweih und dem Patrozinium der Sieben Schmerzen Mariens.


Gottesdienste: https://kitzingen.bistum-wuerzburg.de/seelsorge/gottesdienste/
Wallfahrtsinformationen des Bistums: https://wallfahrt.bistum-wuerzburg.de/wallfahrtsorte/region-kitzingen/dettelbach/

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