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St. Johannes - Kitzingen

Stadfpfarrkirche und Glaubensraum durch die Jahrhunderte

Willkommen in St. Johannes

Mitten in der Kitzinger Altstadt steht die katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes. Ihre Geschichte reicht weit in das Mittelalter zurück. Der heutige spätgotische Kirchenbau entstand im 15. Jahrhundert und wurde 1487 durch den Würzburger Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg geweiht. Die Stadt Kitzingen bezeichnet St. Johannes als ihr ältestes noch erhaltenes Kulturdenkmal und als einen der bedeutendsten spätgotischen Kirchenbauten Nordbayerns.


Wer die Kirche betritt, begegnet jedoch nicht nur dem Mittelalter. Architektur und Kunstwerke aus unterschiedlichen Jahrhunderten prägen den Raum bis heute. Mittelalterliche Bildwerke stehen neben barocker und klassizistischer Ausstattung. Die Fenster Johannes Schreiters, die jüngere Gestaltung des Chorraums und die Vleugels-Orgel führen diese Geschichte bis in die Gegenwart weiter.


St. Johannes ist damit Denkmal und Kunstort, vor allem aber ein über Jahrhunderte gewachsener Raum des christlichen Glaubens und der Feier des Gottesdienstes.
 

  • Patron: Johannes d. Täufer
  • Kirche: Katholische Stadtpfarrkirche
  • Bauzeit: 15. Jahrhundert (1402-1487)
  • Kirchweihe: 1487 durch Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg
  • Baustil: Spätgotik
  • Besonderheiten: Mittelalterliche Bauplastik und Ausstattung, Chorfenster von Johannes Schreiter, moderne Chorraumgestaltung und Vleugels-Orgel
  • Adresse: Obere Kirchgasse 5 97318 Kitzingen
  • Zugang und Barrierefreiheit: über den Seiteneingang am Kirchplatz

Ein Raum, der Jahrhunderte verbindet

St. Johannes erschließt sich nicht allein über einzelne Kunstwerke. Schon der Kirchenraum selbst erzählt von seiner langen Geschichte. Der spätgotische Bau bildet den Rahmen für eine Ausstattung, die über Jahrhunderte hinweg verändert, ergänzt und neu gedeutet wurde. Gerade darin liegt eine Besonderheit der Kirche: Älteres wurde nicht vollständig durch Neues ersetzt. Unterschiedliche Zeiten sind im Raum gleichzeitig gegenwärtig.


Der Blick wird vom Langhaus in den Chor geführt. Dort begegnen sich die gotische Architektur, das historische Sakramentshaus, die farbigen Fenster Johannes Schreiters und die jüngere künstlerische Gestaltung. Die Veränderungen des 20. Jahrhunderts stehen dabei nicht beziehungslos neben dem historischen Bestand. Sie setzen sich bewusst mit dem überkommenen Kirchenraum auseinander.
 

Der Chor - Mitte des Kirchraumes

Im Chor verdichten sich verschiedene Epochen der Ausstattung von St. Johannes. Zu den älteren Zeugnissen gehört das spätgotische Sakramentshaus. Seine Funktion verweist unmittelbar auf die Eucharistie und damit auf die liturgische Bestimmung dieses Raumes.


Einen modernen Akzent setzen die zwischen 1959 und 1964 geschaffenen Chorfenster von Johannes Schreiter. Ihre Farbigkeit ist nicht lediglich dekorativ. Blau, Weiß, olivfarbene beziehungsweise erdige Töne und Gold erhalten eine symbolische Bedeutung und verbinden Himmel, Licht, irdische Wirklichkeit und Göttliches miteinander.


Im Zuge der Renovierung von 1994 wurden Altar und Ambo neu gestaltet. Seit 1996 prägt außerdem eine moderne Darstellung Johannes des Täufers von Jacques Gassmann den Chorabschluss. Damit erhält der Patron der Kirche einen sichtbaren Ort im liturgischen Zentrum von St. Johannes.
 

Bilder des Glaubens

Wer sich durch St. Johannes bewegt, begegnet christlichen Glaubensbildern aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Im Chorbogen hängt ein Triumphkreuz aus dem 17. Jahrhundert. Im Chor und im Langhaus finden sich weitere Darstellungen Christi, Mariens, der Heiligen und der Evangelisten. Dazu gehören mittelalterliche Reliefs, eine Anna selbdritt, eine Pietà und der Christophorus.


Diese Werke waren ursprünglich nicht als museale Einzelstücke geschaffen. Ihre Motive erzählen von zentralen Inhalten des christlichen Glaubens. Passion und Kreuz, Maria und die Heiligen, Taufe und Eucharistie erhielten im Kirchenraum sichtbare Gestalt. Die Ausstattung gehört deshalb nicht nur zur Kunstgeschichte der Kirche, sondern ebenso zu ihrer religiösen Funktion.
 

Johannes der Täufer

Die Stadtpfarrkirche trägt den Namen des heiligen Johannes des Täufers. Nach den Evangelien ruft Johannes die Menschen zur Umkehr und bereitet sie auf das Kommen Jesu vor. Im Jordan tauft er Jesus. Wasser, Taufe und die Hinwendung zu Christus gehören deshalb zu den Motiven, die mit ihm besonders verbunden sind.


In St. Johannes wird dieses Patrozinium an verschiedenen Stellen sichtbar. Besonders deutlich tritt der Kirchenpatron heute im Chorraum hervor. Die Darstellung von Jacques Gassmann stellt Johannes an einen Ort, auf den sich der Blick aus dem Kirchenschiff richtet.
 

Die Taufkapelle

Die Taufkapelle führt das Thema des Kirchenpatrons weiter. Ihr Taufstein stammt aus dem Jahr 1762. An den Wänden befinden sich Reliefs aus dem 19. Jahrhundert mit Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. So verbinden sich an diesem Ort die Erinnerung an den Patron der Kirche und die Feier der christlichen Taufe.

Die Kirche von außen – Stein gewordene Bilder

Nicht erst beim Betreten der Kirche beginnt ihre Bilderwelt. Auch die Portale und die Außenwände gehören zum kunsthistorischen Bestand von St. Johannes.


Besonders bemerkenswert ist das Nordportal mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts. Das Westportal zeigt die Krönung Mariens. An der südlichen Außenwand befindet sich eine spätgotische Ölberggruppe, die der Riemenschneiderschule zugeschrieben wird. Die offizielle Tourismusseite der Stadt Kitzingen datiert sie um 1500.


Die Bildprogramme an den Außenseiten der Kirche machen deutlich, dass die Architektur selbst Träger religiöser Aussagen ist. Wer St. Johannes umrundet, begegnet daher bereits außerhalb des Kirchenraums wesentlichen Motiven christlicher Hoffnung, Gerichtsvorstellung und Marienverehrung.
 

Vertiefender Rundgang

Das spätgotische Sakramentshaus gehört zu den prägenden historischen Ausstattungsstücken des Chorraums. Es verweist auf die Aufbewahrung der Eucharistie und macht damit sichtbar, dass Architektur und Ausstattung des Chores von seiner liturgischen Aufgabe her zu verstehen sind. In unmittelbarer Nachbarschaft treffen historische Substanz und jüngere künstlerische Gestaltung aufeinander. Gerade dieses Nebeneinander unterschiedlicher Zeiten kennzeichnet den Chor von St. Johannes.

Zwischen 1959 und 1964 schuf Johannes Schreiter die moderne Verglasung des Chorraums. Die Fenster arbeiten mit einer reduzierten, symbolisch aufgeladenen Farbigkeit. Blau verweist auf den Himmel, Weiß auf das Licht, olivfarbene beziehungsweise erdige Töne auf die irdische Wirklichkeit und Gold auf das Göttliche. Die Fenster verändern den Raumeindruck je nach Tageszeit und Lichteinfall und bilden einen bewussten modernen Akzent innerhalb der spätgotischen Architektur.

Das Triumphkreuz im Chorbogen und weitere Darstellungen der Passion führen das Leiden und Sterben Christi vor Augen. Sie stehen nicht isoliert im Raum, sondern gehören zu einer über Jahrhunderte gewachsenen Bildwelt. In ihr werden Kreuz, Tod und Hoffnung auf Erlösung miteinander verbunden. Einzelne Reliefs und Altardarstellungen vertiefen diese Themen und zeigen zugleich den Wandel künstlerischer Ausdrucksformen.

Darstellungen Mariens und der Heiligen gehören in St. Johannes zu verschiedenen Epochen. Dazu zählen unter anderem eine Pietà und eine Anna selbdritt. Solche Bildwerke veranschaulichten Glaubensinhalte, erinnerten an biblische und überlieferte Gestalten und luden zur persönlichen Betrachtung ein. Ihre heutige kunsthistorische Bedeutung tritt damit neben ihre ursprüngliche religiöse Funktion.

Der Kirchenpatron Johannes der Täufer verbindet die Verkündigung der Umkehr mit dem Zeichen der Taufe. In der Taufkapelle wird diese Verbindung besonders anschaulich. Der Taufstein von 1762 und die später hinzugekommenen Reliefs mit Szenen aus dem Leben des Täufers machen den Raum zu einem eigenen thematischen Schwerpunkt innerhalb der Kirche.

Die Außenseiten von St. Johannes besitzen ein eigenständiges Bildprogramm. Das Nordportal zeigt das Jüngste Gericht, das Westportal die Krönung Mariens. An der Südseite befindet sich die spätgotische Ölberggruppe, die der Riemenschneiderschule zugeschrieben wird. Die Portale sind damit nicht nur Zugänge zum Gebäude. Sie bereiten in Bildern auf den Kirchenraum und seine religiöse Bedeutung vor.

Geschichte in wenigen Stationen

  • 15. Jahrhundert: Errichtung des heutigen spätgotischen Kirchenbaus. Die Stadt Kitzingen gibt die Bauzeit mit 1402–1487 an.
  • 1487: Weihe der Kirche durch Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg.
  • 18. Jahrhundert: Ergänzungen der Ausstattung, darunter der Taufstein von 1762 und die klassizistische Kanzel von Materno Bossi von 1793/94.
  • 1959-1964: Johannes Schreiter gestaltet die modernen Chorfenster.
  • 1994: Kirchenrenovierung und Neugestaltung von Altar und Ambo.
  • 1996: Jacques Gassmann gestaltet den Chorabschluss. Im selben Jahr wird die neue Vleugels-Orgel errichtet.
  • 2007: Erweiterung der Vleugels-Orgel um das bereits vorbereitete Schwellwerk.
  • 2021: Weitere Erweiterung der Orgel, unter anderem um eine Contraposaune 32′.

Die Vleugels-Orgel – Architektur, Farbe und Klang

Die Orgel von St. Johannes wurde 1996 von der Orgelmanufaktur Vleugels in Hardheim errichtet und später erweitert. Ihr Prospekt ist bewusst auf den historischen Kirchenraum bezogen. Das Rückpositiv ist gegenüber der Kirchenachse versetzt, während die dahinter gestaffelten Werke das Instrument wieder zur Symmetrie führen. Auch die Farbgestaltung stellt Bezüge zum Chorraum her und korrespondiert mit der jüngeren künstlerischen Ausstattung.


Damit ist die Orgel nicht nur Musikinstrument, sondern zugleich Bestandteil der neueren Gestaltung von St. Johannes. Nach Angaben der Kirchenmusik St. Johannes verfügt das Instrument heute über drei Manuale und 55 Register. Erweiterungen erfolgten 2007 und 2021.


Weitere Informationen zur Orgel und zur Kirchenmusik St. Johannes:
https://kimu-kt.de/orgel
 

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